2012

What do you want from Life?

Aus, vorbei, jetzt aber schnell wieder ausgewogen!

Am Ende stand eine große Show, die erfolgreich ablief. Genauso wie die erste vor zwei Wochen. Es geht natürlich um Olympia in London. Aber natürlich nicht um die Sportwettkämpfe, sondern um das ‘Drumherum. Show, Musik, bewegende Momente, ganz großes Kino und lächelnde Gesichter auf der ganzen Welt. Die Spiele sind allen Unkerufen zum Trotz gut verlaufen und ohne Zwischenfälle. Also alles ok in Britanniens Hauptstadt.

Könnte man meinen, wäre da nicht eine Gruppe von Menschen, die sehen das vollkommen anders. Damit meine ich jene ausgewogenen Damen und Herren, die sich exemplarisch in den Forenbeiträgen zu diesem Artikel äußern. Wer sich die Lektüre antut, hat erstens eine hohe Schmerztoleranz und ist zweitens bereit für eine typisch deutsche Lektion in kleingeistiger Ausgewogenheit. Unversehens findet sich der geneigte Leser unter Besserwissern, Gutmenschen, Bedenkenträgern, Aufrechnern und Kellerlachern. Also diejenigen, die keinen Wert für sich stehenlassen können, ohne Einordung in ein System, ob es passt oder nicht. Die hinter jeder positiven Nachricht aktiv eine negative, z.B.  eine Benachteiligung für irgendjemand anders, suchen. Wie kann man sich über eine gelungene Abschlußparty freuen, wenn Militär für Sicherheit sorgt? Eine gute Nachricht, evtl ein Vorteil für eine bestimme Gruppe wird in unserem Land sofort als Benachteiligung aller anderen Gruppen empfunden, solange diese nicht auch irgendeinen Vorteil für sich herausschlagen. Selbst dann gilt es als Diskriminierung, wenn sich für alle anderen nichts ändert. Dazu ein wunderbares Beispiel für ein misslungenes Kindergartenvorhaben hier

Im Falle Olympia haben die Protagonisten allerdings vollkommen unausgewogen, keine Skrupel mal eben ein paar Hundert Millionen andere Menschen auf der ganzen Welt, inklusive der eigenen Sportler, für Deppen zu halten, weil sie von den Feiern begeistert waren. Das wiederum halte ich persönlich für eine ganz massive Diskriminierung und nebenbei für eine Unhöflichkeit par excellence. Aber wieso höflich sein, wenn man recht hat?  Denn es sind schließlich die Staatsschulden, die eigentlich verbieten, solch aufwendige Veranstaltungen durchzuführen, es ist die Wirtschaftskrise, die schlechte Musik aus dem Mainstream und man kann sogar eine Glorifizierung der imperialen britischen Vergangenheit beobachten. Als Sahnehäubchen lassen die vielen Union Jacks gar auf so etwas völlig Unanständiges wie Nationalismus schließen, inmitten der Forumsdiskussion auch schnell mal mit z geschrieben. Igitt. Der gute, aufrechte, geschichtsbewußte Deutsche kann sich anscheinend nur mit Grausen abwenden und sich in spätestens zwei Jahren vor seiner eigenen Haustüre wieder über deutsche Fähnchen an Autos echauffieren.

Bis dahin können wir der Welt noch viel beibringen!

Apple und Samsung. Die Blase wird platzen.

Ich kann es bald nicht mehr hören bzw. lesen. Der Prozess, der wievielte eigentlich?, diesmal in Kalifornien, läuft. Es geht um Patente, um Formen, um optische und haptische Eindrücke. Kurz: es geht um sehr viel Geld.

Und was das aktuelle Thema des Patentstreits betrifft: ja, das Galaxy S1 sieht dem iPhone 3 G verdammt ähnlich. Ich z.B. habe es neben mir liegen als mittlerweile Zweithandy. Ich habe es damals gekauft, nicht wegen der Ähnlichkeit, sondern weil es ein gutes Mobiltelefon war (und auch noch ist), das alles mitbringt, was ich erwarte. Und weil es billiger war als ein iPhone.

Wie es ausgeht, weiß Gott allein, es handelt sich schließlich um ein Gerichtsverfahren, aber mit Sicherheit kann man ruhigsten Gewissens festhalten: es geht auf keinen Fall um die Kunden! Die spielen keine Rolle, sie sind reines Konsumvieh, dem kein eigenes Urteil zugetraut wird und denen Apple am liebsten vorschreiben möchte, das und was sie zu kaufen haben. Ich habe den Eindruck, Apple verfolgt eine konsequente Politik, den “Markt” nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Planwirtschaft.

In den 90ern war Apple der Underdog, das kleine gallische Dorf gegen das mächtige Imperium aus Redmond mit Bill Gates an der Spitze . Sozusagen unser Computerhersteller der Herzen, immer nah am Abgrund, nah an der Pleite.
Heute sieht die Welt anders aus, Apple hat ein Jahrzehnt voller genialer Innovationen genutzt und unsere Kommunikationswelt revolutioniert. Ein unbestreitbarer Verdienst. Erst der iPod, dann iPhone und iPad. Alles aus einem Guß, aus einer Familie, aus einem Biotop. Mit einer eigenen Community, die von Apple alles erhält, was sie braucht. Ergonomisch unerreicht und zu recht unglaublich erfolgreich.
Damit wurde Apple der Börse Liebling und das “wertvollste” Unternehmen der Welt.

Dann kam Google mit Android. 
Vor wenigen Jahren gestartet, hat Android eine nicht minder atemberaubende Karriere hinter sich. Innerhalb von vier Jahren von Null auf mehr als 50% Marktanteil im Bereich Smartphones, ca. 25% bei Tablets. Google gibt einen kostenlosen Standard vor und  diverse Hardwarehersteller bauen darauf ihre Welt in Form von Smartphones und Tablets. Es gibt billige und teure Android Geräte, große, kleine, ein rechter Zoo an Hardware und auch an installierter Software. Ganz im Gegensatz zur Politik Apples, die anfangs ein iPhone und ein iPad vorsah und jährlich ein neue Version nachlegte. Immer hochpreisig und damit wertstabil. Mittlerweile ist es anders, man erhält noch den Vorgänger aus dem letzten Jahr zu einem reduzierten Preis. Vielleicht weil Android so erfolgreich ist?

Mit dem Erfolg von Android begannen die Auseinandersetzungen vor Gericht. Apple klagt gegen Samsung als mächtigsten Protagonisten auf Seite der Androiden, meint aber Google. Keine Trivialität ist zu sinnlos, um sie nicht als kopiertes Alleinstellungsmerkmal einzusetzen. Dabei ist Samsung ein wichtiger Zulieferer für das iPhone. Apple, zwar marktmächtig und börsenschwer, kann seine Produkte nicht selber produzieren. Fallen Zulieferer aus, hat die Firma zumindest kurzfristig ein Riesenproblem. Hinzu kommt, Apple steht auf einer Monokultur, der Erfolg basiert auf dem Zeitgeist und auf einer zahlungskräftigen Klientel. Produktvielfalt, mehrere Standbeine gibt es nicht. Hinzu kommt Apple fehlt es an einem der wichtigsten Element für langfristigen Erfolg: Kontrolle des Gesamtprozesses von der Entwicklung bis zum Vertrieb. Samsung dagegen ist ein Mischkonzern, der auf etlichen Beinen steht, es gibt Produkte aus verschiedenen Bereichen, es gibt eigene Fertigung, eigene Chipentwicklung und es sind Asiaten. Der Weg nach China, wo ein großer Teil der Produktion steht, ist kürzer. Und damit meine ich nicht die Entfernung, sondern das Verständnis für die Mentalität.

Mein Fazit ist, Apple führt ein Rückzugsgefecht. Versucht, die eigene Marktmacht solange wie möglich und mit allen Mitteln zu halten. Egal wie der Prozess in Kalifornien ausgeht, Apple wird auf Dauer verlieren, man konnte es jetzt schon ahnen, als der Aktienkurs fünf Prozent verlor, als die von Analysten geforderte Zahl an verkauften iPhones in Q3 um zwei Millionen Einheiten unterschritten wurde. Mich wundert bei solchen Nachrichten natürlich immer noch die Analystenhörigkeit der Anleger, die statt zu sich zu fragen, ob die Analysten wirklich geeignet sind für ihren Job, lieber ihre Aktien auch mit Verlust abstoßen. Ich jedenfalls würde die Bremsen an meinem Auto nicht von Analysten warten lassen….

Zurück zum Thema - das iPhone 5 wird extrem wichtig für Apple. Die Latte, die Samsung mit dem Galaxy S3 gelegt hat, ist sehr hoch und das Gerät ist seit einigen Monaten mit großem Erfolg auf dem Markt. Die Werbung allgegenwärtig und bis das iPhone 5 kommt, haben sich wahrscheinlich etliche potentielle Applekunden zum Kauf entschlossen. Die sind dann wirklich verloren für Apple.

Wir werden es sehen. Apples Arroganzblase wird platzen. Der Markt ist groß genug für mehrere Anbieter. Lassen wir die Kunden entscheiden!

Europa: wollen unsere Politiker es wirklich wagen, uns zu fragen?

Nein, es geht nicht darum, ob wir uns Europa “antun” wollen. Es geht darum, ob wir gefragt werden. Es ist keine Frage des Wollens, es ist eine Frage der Moral, der Demokratie und des europäischen Gedankens.

Heute meldet SPON (ich halte mich im folgenden an die Meldungen dort, aus Bequemlichkeit, versteht sich, sie melden alles, was ich für wichtig finde), die Überlegungen zu Volksabstimmungen zu europäischen Themen sind weiter, als man noch vor ein paar Monaten “alternativloser” Wurstelei zu ahnen wagte. Schäuble, Seehofer, Steinbrück, alle wollen irgendwie das Volk befragen. Warum das plötzlich geballt auftritt ist mir nicht klar. Haben die Akteure in der sich permanent weiter verschlimmernden Krise, allen Rettungsschirmen und roten Linien zum Trotz, endlich begriffen, wie weit sie sich auf der Flucht vor den “Märkten” auch von ihren Völkern entfernt haben? Haben sie erkannt, dass der bisherige Weg katastrophal in die falsche Richtung geht und der europäische Gedanke kurz vor seinem endgültigen Ableben steht? Dass sich kein Mensch mehr für die europäische Einigung und die ursprünglichen Visionen der Gründungsväter interessiert, weil die gemeinsamen Ziele nur noch aus Kaputtsparen unter EU und IWF Diktat im darbenden Süden und aus Angst vor der Teilhabe an diesem Abstieg und dem Verbot von Glühlampen im (noch) prosperierenden Norden bestehen? 

Im letzten Jahrzehnt hat die “EU” schlicht versäumt die Völker mitzunehmen. Die Institutionen isolierten sich immer mehr von ihren Völkern, das Demokratiedefizit wurde immer offensichtlicher. Der Euro wurde ohne Beteiligung der betroffenen Völker eingeführt, immer mehr Länder kamen hinzu, auch wenn es sich um demokratiefragliche Mafiastaaten wie Bulgarien handelt. Ein wichtiger Ursprungsgedanke der europäischen Einigung war die Erfahrung aus dem furchtbaren Krieg. Das Motto der Wahl hieß “Nie Wieder!” und dass ließ sich am sichersten Erreichen durch Gemeinsamkeiten, durch wirtschaftliche Verflechtung, durch gemeinsamen Aufbau einer Wohlstandssphäre für alle. So kamen wir von der Montanunion über Euratom und die EWG zur heutigen EU. Nur, dass die Politiker und Visionäre, die durch unendliches Leid überzeugte Europäer geworden sind, heute keine Nachfolger in ihren Visionen mehr haben. Der Krieg ist lange vorbei, die Wirtschaft hat sich verflochten, freier Warenverkehr und Reisen innerhalb der Union sind selbstverständlich. Heute haben wir einen unkontrollierten Moloch in Brüssel, eine Kommission, die Regierung spielt, unser Leben z.T. bis in’s Detail regelt, aber keinerlei demokratische Legitimation besitzt, sondern deren Mitglieder in ihre Posten geklüngelt wurden. Dazu gibt es einen Europäischen Rat, der lange nach seiner Etablierung erst offiziell legitimiert wurde, mit einem Präsidenten und einer Außenbeauftragte. Kennt sie jemand mit Namen? Es sind Herman Van Rompuy und Catherine Ashton.
Dann haben wir noch ein Europäisches Parlament. Ein Sammelsurium von tatsächlich gewählten Abgeordneten, die viele Sprachen sprechen, aber sich z.T. untereinander nicht verständigen können. Und denen es auch an den vornehmsten Rechten eines Parlamentes mangelt: dem Budgetrecht und dem Recht, die Exekutive zu bestimmen und zu kontrollieren.

Mit diesem Konstrukt sind wir in die größte Krise geraten, die es seit Kriegsende in Europa gegeben hat. Daher kann es nur heissen Volksabstimmung zu wichtigen europäischen Themen: JA!

Sippenhaft im Paddelboot

Nein, es war kein Paddelboot auf einem beschaulichen Baggersee in der Eifel, es war das richtige Leben. Und zwar spielt das im ausgeschiedenen Deutschland Achter der Damen bei der Olympiade in London. Neben der Ruderin Nadja Drygalla meinten manche Menschen noch einen bekannten ostdeutschen Neonazi im Boot sitzen zu sehen. Das schreit nach Skandal!
Frau Drygalla zog die einzig ehrenhafte Konsequenz aus dieser anbrandenden Welle der Empörung und reiste ab ohne weitere Kommentare.
Dann ging der Tanz aber erst richtig los, Fragen zwischen NOK, dem Ruderbund und naturlich der stets gutmeinenden Presse. Eine deutsche Spitzensportlerin, mit Steuergeldern gepäppelt in’s Boot gesetzt, macht mit einem NPD Aktivisten ‘rum.
Das geht nun mal gar nicht, denn die NPD ist bekanntermaßen eine rechtsextreme Partei, in der etliche Hohlköpfe von nationalem Ruhm ohne Ausländer, Euro und sonstigen Einschränkungen der völkische Solidarität schwadronieren. Bei vielen “Aufmärschen” in verschiedene Städten sind sie meist auch dabei, das sind dann die Veranstaltungen 150:1500:1000, was das Verhältnis von Nazis, bewährten Kräften der Antifa und den armen Polizisten beschreibt, die die beiden Aktivistentrupps auseinanderhalten müssen und deren Job ich nicht haben möchte.
Aber zurück zur NPD … sehen wir es von einer anderen Seite und jeder Demokrat muss dem zustimmen, egal, mit wem Frau Drygalla Tisch, Bett, CDs und Weinflasche teilt, sie darf es ohne Konsequenzen befürchten zu müssen, solange der Partner kein gesuchter Verbrecher ist und sie ihn deckt. Dabei ist es auch vollkommen egal, ob sie für Deutschland im Boot sitzt oder als Polizistin, die sie wohl nicht mehr werden kann, Knöllchen schreibt oder etwas ganz anderes macht. Solange die NPD nicht verboten ist, sondern sogar von diesem Staat mit Wahlkampfkostenerstattung alimentiert wird, gilt sie als Teil des legalen Parteienspektrums. Und damit sollte man sich einer Verurteilung von Frau Drygalla dringend enthalten! Zumal sie sich mittlerweile ausdrücklich von der Neonazi Szene distanziert hat.
Diese ganze Welle zeigt wieder einmal das vollkommen verkrampfte Verhältnis unseres Gemeinwesens zu allem, was rechts von einer selbstdefinierten Mitte ist. Privatleben gibt es keins, der Gedanke, es geht niemanden etwas an, was sie in ihrer Freizeit macht, kommt nicht auf. Stattdessen wird sogar der Ruf nach Sippenhaft laut - was anderes ist es nicht, wenn einem selber unbescholtenen Menschen sein Partner “vorgeworfen” wird und ihm geraten wird, sich von eben diesem Partner zu trennen.
Was für ein scheinheiliges Demokratieverständnis, Denkverbote inklusive, doch immer noch in der veröffentlichten Meinung anzutreffen ist.
Ich wünsche Frau Drygalla, dass sie in Ruhe ihre Position finden kann und ihren Weg geht ohne kluge Ratschläge von schockstarren Funktionären und aus der Empörungspresse.

“Irrsinn der Buerokratie”

Eine Überschrift nicht von mir, sondern ein Zitat des Kölner FDP Fraktionsgeschäftsführers Ulrich Breite. Sein Satz lässt sich auf viele Fälle anwenden, konkret ging es aber um ein Vorhaben der Kölner Stadtverwaltung.
Die hat, chronisch arm an Geld, aber reich an absurden Ideen, wie z.B. die im letzten Jahr geplante Steuer auf nicht genutzten eigenen oder unter Wert vermieteten Wohnraum, wieder mal einen Vorschlag ähnlicher Qualität beigebracht. Wie u.a. der Kölner Stadt-Anzeiger meldet, nämlich diese:

Die Warteschlangen vor den Diskotheken am Ring sollen zu einer Einnahmequelle für die Stadt werden.

Erstaunlich, dass die beamteten Damen und Herren in der Weltstadt nicht schon früher darauf gekommen sind. Wenn sich vor den Diskos z.B. am Ring längere Schlangen vor dem Einlass bilden, dann wird dadurch öffentlicher Raum beansprucht und da könnte man doch von den Betreibern dafür kassieren. Die haben’s doch, meint schließlich auch die GEMA. Nebenbei wird von dem Ratsentwurf auch noch der Ticketverkauf zur Strasse hin und der Raum um Imbissbuden mit abgefrühstückt.
Also eine gute Idee für eine zusätzliche Einnahmequelle zum Kurs von 9.40 Euro pro Tag und qm, die es selbst in SPON geschafft hat.
Man könnte jetzt den Kopf schütteln über diese Art und Weise, sich deutschlandweit lächerlich zu machen, aber leider ist damit das Problem nicht gelöst. Die Kölner Stadtverwaltung ist in den letzten 10 Jahren durch massive Korruption, durch Unfähigkeit und durch kollektives Wegschieben von Verantwortung aufgefallen. Wir erinnern uns an den gut geschmierten Bau der unnötigen Müllverbrennungsanlage, deren reine Existenz als Grund für die deutlichen Erhöhungen der kommunalen Müllgebühren angegeben wird, an den seit ca. 10 Jahren währenden preislich vollkommen aus dem Ruder gelaufenen Bau der Ost-West UBahn, die die Kölner aufgrund heftigen Pfuschs ihr Stadtarchiv gekostet hat und an das Dauerchaos im Verkehr in der Stadt aufgrund von immer neu aufgemachten Baustellen ohne alte fertig zu stellen. Motto: Einmal falsch abgebogen, schon wechselt man die Rheinseite.

Aber gemach, anscheinend gibt es wenigstens noch einen Menschen in exponierter Position in der Stadt Köln, der denken kann: wie der Express eilmeldet hat sich der Kölner Oberbürgermeister aus dem Urlaub zu Wort gemeldet und den ganzen Unsinn gestoppt.

In Köln wird auch künftig keiner fürs Warten in einer Warteschlange zahlen.

… zitiert SPON.
Jetzt müsste Roters nur noch genauso spontan die Hälfte der Stadtverwaltung feuern und mit Leuten ersetzen, die sowohl etwas von ihrem Job verstehen und ihn genauso als Dienstleitung an den Bürgern und allem, was sich in der Stadt bewegt, begreifen.
Damit verabschiede ich mich mit einem Mir sin Kölle! 

Kurz vor dem Abendessen. (Wurde mit Instagram aufgenommen)

Kurz vor dem Abendessen. (Wurde mit Instagram aufgenommen)

Balkonien. (Wurde mit Instagram aufgenommen)

Balkonien. (Wurde mit Instagram aufgenommen)

Die Regierung hat keine Wahl mehr!

Man mag es kaum glauben, heute hat das Bundesverfassungsgericht unserer Regierung das komplette Wahlrecht um die Ohren gehauen und mir nichts, dir nichts kassiert.

Das ist ein Affront gegenüber einer gewählten Regierung, wie es ihn bisher in der Geschichte der Bundesrepublik noch nicht gegeben hat. Und das mit Recht! Allerdings ist es leider nicht das erste Mal, dass das oberste Gericht dieser schwarzgelben Koalition in den Arm fällt und deren zuweilen etwas seltsam anmutende Ansichten zur Verfassungsmäßigkeit des ein oder anderen Gesetzes aufdeckt. Warum hat es eigentlich für eine Regierung, die immerhin ein wichtiges Verfassungsorgan ist, keine Konsequenzen, wenn ihr permanent bescheinigt wird, dass es mit der Verfassungstreue ihrer Vorhaben viel zu oft nicht weit her ist?

Zurück zum aktuellen Urteil. Schon vor Jahren hatten die Richter die Verfassungsmäßigkeit des Wahlrechts verneint und unserer Regierung drei Jahre Zeit gegeben, das zu ändern und es ist nichts passiert seither. Bis jetzt. Aber damit ist nun Schluss, es besteht sogar die Möglichkeit, dass das Gericht selber legislativ tätig wird und ein Wahlrecht erstellt, das angewandt werden muss. Eine Blamage ohnegleichen, auch wenn sich die betroffenen Koalitionäre dieses Urteil auf bekannte Art und Weise schönreden und bemerken, eigentlich habe das Gericht ja nur in ihrem Sinne entschieden. Warum haben sie dann nichts getan, um dieses Urteil zu vermeiden?
Fakt ist, jetzt höchstrichterlich festgehalten, unser praktiziertes System der Überhangmandate aufgrund des Stimmensplittings, von dem ausgerechnet die FDP massiv profitierte, hat ausgedient und ein verfassungskonformer Ersatz wird die FDP vermutlich den Rest geben in Sachen Wiedereinzug in den nächsten Bundestag.
Jetzt die Frage, wie geht es weiter? Was ist verfassungskomform, spiegelt also den Wählerwillen tatsächlich wider? Der maßlose Einsatz von Überhangmandaten, also zusätzliche Sitze im Parlament für Abgeordnete, die direkt gewählt wurden in ihrem Wahlkreis, obwohl ihre Partei verhältnismäßig weniger Stimmen als Sitze bekam, hat nach der Bundestagswahl 2009 die CDU jubeln lassen. Mehr als 20 Überhangmandate. Der Jubel über eine satte, regierungsfähige Mehrheit ist das eine, aber ein System, das mit der Erststimme, also die für den Abgeordneten im Wahlkreis, eben diesen in den Bundestag schickt und gleichzeitig mit der Zweitstimme, eine andere Partei wählen lässt, die dadurch über das Verhältnis der Stimmen zueinander ihre Abgeordneten bestimmt, wird durch das derzeitige Verfahren undemokratisch. Gerade die FDP hat massiv von “geborgten” Zweitstimmen ihres damaligen Wunschkoalitionspartners profitiert. Selbst chancenlos direkt an Mandate zu kommen, hat sie Zweitstimmen von der CDU, deren Mandate durch eine große Menge an Erststimmen gesichert waren, erhalten.
Das hört sich zunächst nicht problematisch an, aber durch eben jene Überhangmandate haben beide Parteien unverhältnismäßig profitiert, weil die Anzahl der Abgeordneten auf ein Allzeithoch gestiegen ist.
Zur Lösung geeignet scheint mir persönlich ein System mit einer Stimme, die sowohl auf einen Wahlkreiskandidaten und auf seine Partei zeigt. Damit geht eine Stimme an den CDU Kandidaten, auch wenn er nicht in seinem Wahlkreis siegt, trotzdem an seine Partei und spiegelt das Verhältnis der Stimmenverteilung exakt wider, ohne dass es zu den jetzt bemängelten Verwerfungen kommt. Die “Wirksamkeit” der eigenen Stimme für den Wähler bleibt erhalten, denn er erzielt mindestens einen Treffer, wenn er den Kandidaten, der den Wahlkreis gewinnt wählt, sogar zwei. Also genau wie heute auch.
Und wer dann immer noch FDP wählen möchte, kann es in dem Bewußtsein tun, dass wenigstens eine Stimme ankommt.