2012

What do you want from Life?

Krass, Herr Grass. Oder doch nicht?

Hat Günter Grass wieder ein Gedicht geschrieben und in der Süddeutschen veröffentlichen lassen. Nach dem Thema Kriegsgefahr im Nahen Osten jetzt Europa gegen Griechenland.

Meine Meinung zum shitstorm der politisch korrekten Betroffenheitskaste gegen das erste Gedicht ist bekannt, die zu dem neuen Gedicht, das sogar aussieht wie eins, folgt jetzt.
Wäre da nicht dieser ausgesprochen dämliche Artikel von Volker Weidermann in der FAS vom Pfingstwochenende, in dem das Grass'sche Werk in’s Lächerliche gezogen wird… Erkennbar, der Artikel gaukelt falsche Tatsachen vor, er lügt. Aber es bleibt ein Restzweifel. Ist die Süddeutsche nicht vielleicht doch noch vor der Titanic auf einen Eisberg aufgelaufen?
Nein, ist sie definitiv nicht. Das Gedicht ist echt, der Artikel in der FAS, für den sich der Autor nicht zu entschuldigen weiss, ist für mich schlicht albern. Und das in dem Sinne, dass man sich abwendet und fragt, ist es nötig, braucht die FAS/Z solche Beiträge mittlerweile? Dazu ein meiner Ansicht nach treffender Kommentar von Marcus Schwarze in einer “Provinzzeitung”. 

Zurück zum Inhalt. Grass wirft Europa vor, Griechenland, die Wiege der Demokratie und Kultur, den Märkten zum Fraß vorgeworfen zu haben. Man muss nicht Günter Grass heissen, um dieser Meinung zu sein, viele Menschen denken so. Ich gehöre auch dazu. Jeder drückt diese Meinung in seinen Worten und seiner Sprache aus; manche finden wenig, manche mehr Publikum. Grass hat ein großes Publikum, er hat Medien, die ihm eine Plattform bieten. Direkt die Süddeutsche Zeitung, indirekt nahezu alle anderen, die rezensieren.
Wie gesagt, ich stimme mit ihm in der Tendenz überein, auch viele seiner Kritiker, würden das tun, nähmen sie ihre selbstredend politisch überaus korrekte und ausgewogene Ideologiebrille ab. Allerdings hat Grass drei Probleme bei dieser Klientel. Das erste ist eher harmlos und die Lösung fördert die eigene intellektuelle Entwicklung - seine Sprache, seine Ausdrucksweise. Ich gebe zu, ich lese nicht gerne Texte von ihm.
Das zweite Problem wiederum ist deutlich gravierender, auch nach mehr als 60 Jahre geeignet, einen Menschen in diesem Lande grundlegend zu desavouieren: er war gegen Kriegsende als Jugendlicher Mitglied der Waffen SS. Nicht, dass ich der Meinung bin, die meisten derjenigen, die jetzt vor entsetzter Betroffenheit aufheulen, wissen was das bedeutet und was diese Truppe darstellte oder haben überhaupt einen auch nur geringen Schimmer, was es heisst in einer totalitären Diktatur im Krieg aufzuwachsen, nein, es reicht, was z.B. in wikipedia steht, um mit absoluter Sicherheit in jedem Mitglied der Waffen SS einen “faschistischen” Kriegsverbrecher zu sehen. Aus der Sicht eines aus Frieden, Wohlstand und relativer Demokratie Zurückblickenden eine relativ leichte Übung.
Der dritte Punkt fügt sich an, Grass erhielt nach Was gesagt werden muss den finalen Stempel des Antisemiten. Das ist in diesem Lande die ultimative Keule,  mehr gesellschaftliche Ächtung geht nicht. Selbst Menschen, die sich sonst unglaublich betroffen über das von Israelis verschuldete dramatische Schicksal der unterdrückten Palästinenser zeigen, stimmen plötzlich ein.

Dazu brandaktuell ein Zitat aus dem Bericht über den Besuch des Bundespräsidenten in Israel.

Eine Umfrage hatte kürzlich ergeben, dass 70 Prozent der Deutschen Israel vorwerfen, seine Interessen ohne Rücksicht auf andere Völker zu verfolgen, und 59 Prozent die israelische Politik für aggressiv halten.

Sind also 70% der Deutschen Antisemiten? Würden alle so bewertet, wie Günter Grass vor zwei Monaten, kommt man nicht umhin, das festzustellen.

In diese trübe Brühe aus Meinung, Ideologie, Vorurteilen und Betroffenheitsgejaule platscht nun Europas Schande. Ob der Rest Europas jetzt “Geistlos verkümmern” wird, sei dahin gestellt, auch möchte ich nicht dauernd an den von Deutschland und den Deutschen begonnenen Krieg erinnert werden (ich verwende bewusst nicht den in Sätzen wie diesen sehr gerne genutzten Ausdruck Nazis, denn es waren schliesslich Deutsche und es gibt keinen Grund, sich hinter einem Ausdruck zu verstecken, der verharmlosend tut, als wären die Nazis eine Bande von Aliens, die 1945 klammheimlich wieder auf die dunkle Seite des Mondes verschwunden sind und lauter gute Deutsche zurückgelassen haben). Diese Ansprache typisch deutscher Befindlichkeiten, ist meine hauptsächliche Kritik an dem Gedicht. Natürlich kennen wir alle das berühmte Bild der Sturmgeschütze vor der Akropolis, natürlich wissen wir von der Schreckensherrschaft der Besatzer, auch von den verlustreichen Kämpfen 1943/44, bei denen die britischen Befreier in der Ägais ein letztes Mal vor den Deutschen geschlagen wurden. Das ist Vergangenheit und heute sind es nicht ausschliesslich die Deutschen, die für die zunehmende Verelendung Griechenlands verantwortlich sind. Gerade die entlarvenden, erbärmlichen Äußerungen der Chefin des IWF aus den letzten Tagen zeigen noch einmal überdeutlich, wer ganz vorne in der Verantwortung für die Verarmung der griechischen Bevölkerung ist. Banken sind wichtig, ihnen wird selbstverständlich geholfen, das Volk ist egal.

Grass schreibt dazu

Zur Armut verurteiltes Land, dessen Reichtum
gepflegt Museen schmückt: von Dir gehütete Beute.

und als Fortsetzung

Sauf endlich, sauf! schreien der Kommissare Claqueure,
doch zornig gibt Sokrates Dir den Becher randvoll zurück.

… und da möchte ich nichts hinzufügen.

Grass schreibt mit seinen Worten, wer ihn kritisieren möchte, mag es tun. Wer allerdings die Augen offen hat für das, was gerade in der Welt passiert und dafür die dunkle Brille der Ideologie weglegt, findet wenig Kritikpunkte.

und noch einmal … Zuckerberg going public

Aufgrund eines weinerlichen Artikels in der sonst durchaus geschätzten SZ vom 23. Mai greife ich das Thema Facebook und die Börse erneut auf.

“Facebook stand für die Kletterpartie raus aus dem wirtschaftlichen Jammertal, doch der Börsengang wird gerade zur Kapitalvernichtung der Extraklasse. Die Aktionäre sind entsetzt, Klagen sind angekündigt. Firmenchef Zuckerberg hat einen Hoffnungswert geplündert.”

Anscheinend hat es beim großartigen Börsentamtam von Facebook in der letzten Woche einige Merkwürdigkeiten bzgl. Bewertung und folgender Information der potentiellen Anleger gegeben. Soweit so schlecht. Nicht umsonst hat das Mutterland des ungehemmten Glaubens an die Macht der Aktie eine Reihe von Kontrollmechanismen, Regularien und Aufsichtsgremien geschaffen, die grobe Abweichungen von der reinen Lehre eines sauberen IPOs und folgendem Handelsbetriebs rigoros sanktionieren. Insbesondere Informationsvorsprünge werden bekanntlich sehr massiv bestraft. Trotzdem scheinen die “bösen” Jungs im Handel der Aufsicht gerne mal einen Schritt voraus, es geht schließlich um ganz viel Geld…

Man kann jetzt streiten, ob dieser ganze Kontroll- und Sanktionsaufwand nur nötig ist, um ein Strukturproblem leidlich zu bändigen, nämlich den ungebremsten Glauben an die Heiligkeit des “Anlegers”, der Unternehmen als Lieferant für kurzfristigen Gewinn sieht und nur an der Maximierung dieses Gewinns interessiert ist. Das Unternehmen selber ist egal, es wird fallengelassen, wenn es ausgesaugt ist.
Nebenbei erwähnt, ein Grund, warum zumindest in Deutschland die wirklich erfolgreichen, stetig wachsenden Unternehmen genau keine öffentlich gehandelten Aktiengesellschaften sind, sondern inhabergeführt oder AGs mit nur geringem Einfluss von Anlegern. Der Plan der Familie Piëch, namentlich ihres Patriarchen, Volkswagen unabhängiger von der Börse zu machen, zielt anscheinend genau in diese Richtung. 

Zurück zu Facebook. Anleger fühlen sich getäuscht. Betrogen. Nicht informiert. Alles zu recht. Aber das ist nur die eine Seite. Die andere Seite besteht aus vier Buchstaben: G I E R.
Zuckerberg wird in der SZ als Zocker dargestellt, aber ich frage mich, was sind die jetzt heulenden Anleger? Haben sie Aktien gezeichnet aus reinster Philanthropie? Wollten sie der Menschheit Gutes tun? Den Hunger in Afrika lindern?
Oder wollten sie Geld verdienen, am erwarteten Höhenflug der Aktie teilhaben? Ich behaupte letzteres.
Nun hat das nicht sofort geklappt, wie sich die Aktie entwickelt, sehen wir im Laufe der Zeit. Für mich ist noch nicht gesetzt, dass alles ein Schuss in den Ofen war und Facebook auf dem direkten Weg zu Penny Stock. Also (noch) kein Grund zur Panik.

Fest steht, die Gier der einen ist gut, die der anderen böse. Wann begreift der gemeine Anleger endlich, dass es eben kein Grundrecht auf steigende Kurse im eigenen Depot gibt und das Börsenspekulation immer ein Risiko beinhaltet? Bisher war die Anerkennung dieser einfachen Wahrheit im Land der unbeschränkten Sammelklagen nicht nötig, auch jetzt sieht es leider aus, als lässt sich noch etwas herausholen auf diesem Weg. Frei nach dem Motto, man ist für nichts selber verantwortlich, braucht nicht selber zu denken und wenn etwas schief geht, verklagen wir halt jemanden, der es schuld ist.

Die gute Nachricht ist aber immer noch, Facebook hat weiterhin 900+ Millionen Mitglieder und ist der wichtigste Player in der globalen Internet Kommunikation. Auch wenn diese Nachricht den armen Anlegern die Augen feucht werden lässt, weil es immer jemand anders gibt, dessen Tränen der Freude entspringen.

Facebook - aktuelle Ergaenzungen am Tag 3

… mein Beitrag von gestern hatte natürlich niemals den Anspruch auf umfassende Beleuchtung des Phänomens Facebook geht an die Börse. Ich habe mich nicht beteiligt, hatte demnach keine Erwartungen (und auch kein Geld übrig), konnte mich daher einfach zurücklehnen und schauen, was passiert.

Der Kurs ging ‘runter. Einige Neuaktionäre haben jetzt investiert in Facebook Papiere und Geld verloren. Altaktionäre haben früher in Facebook Papiere investiert und jetzt eine Menge Geld gewonnen. Ob es sich dabei um ein Fiasko handelt, wie SPON reisserisch überschreibt, will ich nicht beurteilen. Bleiben wir neutral bei dem Begriffen Marktwirtschaft oder Risiko. Kein Grund zu heulen und nach Schuldigen zu suchen. Dazu ein sehr intelligenter Beitrag auf Business Insider.

Für eine einigermaßen exakte Bewertung ist es am dritten Tag des Handels noch viel zu früh und ich halte es nicht für ein Zeichen von journalistischer Professionalität, jetzt schon ein besserwisserisches Totenglöcklein zu läuten. In vielleicht drei Monaten kann man genaueres sagen. Fest steht, die Firma hat eine große Menge Geld eingenommen, das vermutlich nicht ausschliesslich in Autos, Villen und Yachten der Unternehmensführer fließen wird, sondern eine solide Basis für eine unternehmerische Weiterentwicklung bildet. Mit den Milliarden im Rücken gibt es meiner bescheidenen Meinung nach genügend Spielraum, ein belastbares Geschäftsmodell zu entwickeln - etwas, was manchen Analysten und Experten bisher fehlte.

Daher, stay tuned, demnächst mehr dazu.

Facebook … Hype oder Hybris

Jetzt ist es geschehen, Facebook an der Börse

Es gab Gerüchte, Spekulationen und gespanntes Warten auf den großen Tag.

Dann war es soweit, der Ausgabekurs am obersten Ende bei 38 Dollar und nach einem kurzen Hoch auf mehr als 42 Dollar, der Rücksturz in die Nähe des Startpreises. Kurz zusammengefasst von der Financial Times Deutschland

“Das Börsendebüt von Facebook könnte man angesichts der Tatsache, dass die Aktie nicht in internetbewährter Manier direkt um einen mittleren zweistelligen Prozentbetrag sprang, als Desaster bezeichnen.”

Die Umstände am Ausgabetag waren mehr als peinlich für die NASDAQ. Anscheinend waren die Systeme an diesem Ort, an dem täglich riesige Summen hin und her geschoben werden, überfordert mit dem Handelsvolumen. Soviel zum kapitalistischen Musterländle USA, eine gewisse Häme kann ich nicht verbergen. Allerdings hat sich der NASDAQ Chef schnell für die Pannen entschuldigt. SPON schlagzeilt sogar von Blamage für Unternehmen und Börse. Dazu dann als größte Peinlichkeit die Stützungskäufe der federführenen Bank Morgan Stanley, damit der Kurs nicht unter den Ausgabekurs rutscht. Die NZZ beschreibt das kurz und schmerzhaft: 

“offenbar musste der Konsortialführer Morgan Stanley mehrfach grosse Mengen Aktien am Markt erwerben, um ein Absinken der Titel unter den Ausgabepreis von 38 $ zu verhindern.”

Die gute Nachricht, es gibt zumindest in Deutschland kaum Privatanleger, die direkt betroffen sind. Allerdings durchaus indirekt über Beteiligungen an Fonds die in FB-Aktien investiert haben.

Soweit die Fakten.

Was mir aufstößt dabei ist nicht, dass Herr Zuckerberg jetzt noch reicher ist, auch nicht, dass Banken und institutionelle Anleger das Geld ihrer Investoren sagen wir mal, nicht optimal platziert zu haben scheinen, sondern vielmehr das sofort nach Bekanntwerden der geringen Perfomance losbrechende Gejammere der um einen satten Gewinn Geprellten. Besser, derjenigen, die sich geprellt fühlen. Dazu dann gleich die feiste Besserwisserei und damit verbunden das FB-bashing in den Foren (bei SPON bspw. immer wieder schön zu lesen). Dazu meine Meinung

  • man muss nicht zwingend Mitglied bei Facebook sein
  • man muss nicht zwingend Aktien von Facebook kaufen

Damit sollte aller Kritik der Boden entzogen sein. 

Wer immer noch von Betrug faselt, dem möchte ich mitgeben, vor dem Öffnen der Brieftasche einfach mal das Ding zwischen den Ohren benutzen und abwägen, was für das sauer erabeitete Geld geboten wird. Eigenverantwortung hat noch niemandem geschadet, auch wenn es leider anscheinend die Tendenz gibt, immer jemand anderes zu finden, der gerade “schuld” ist.

Was dann wirklich geboten wird, kann ich nicht sagen, ich sehe nicht mehr als ein mehr oder weniger aktive web site mit ein paar Kommunikationsmöglichkeiten und Werbung an der rechten Seite. Die ignoriere ich oder klicke sie weg, als Begründung gerne mit “sexuell explizit”. Zum Kauf von irgendwas animiert hat sie mich noch nie. Vielleicht bin ich aber nicht repräsentativ für die 900 Millionen Nutzer, vielleicht kaufen sie und die Werbung lohnt sich für Anbieter und Facebook. Allerdings sehe ich auf der Handy App keine Werbung und die nutze ich mindestens genauso oft, wie die normale web site. 

Ob das allein etliche Milliarden wert ist, wird sich zeigen, für mich ist es eine Blase, ein gehyptes Nichts. Aber die Investoren entscheiden und das Internet hat uns schon einmal etliche Werte und Modelle vorgegaukelt, die sich danach als heisse Luft erwiesen haben. Wenn ich daher eine Firma wie Facebook mit einem großen Industrieunternehmen mit Know-how,  Assets, Immobilien, Kunden und Logistik vergleiche, scheint mir letzteres zukunftsfähiger zu sein.

Warten wir ab, wie sich die Aktie in dieser Woche entwickelt. Falls es jemand interessiert.


NRW - auf zur Wahl!

Die Überschrift sagt alles, in den letzten Wochen seit dem Ende der aktuellen Landesregierung wurde ausführlich erklärt, warum es wichtig ist, jetzt wählen zu gehen!

Wenn Herr Röttgen diese Wahl zur Abstimmung über Merkels EUro-Kurs machen will, soll er das tun, aber sich dann nicht über sein persönliches zu erwartendes Debakel wundern. Er hat ja schon kräftig vorgelegt und die Lacher auf seiner Seite. Unsere Photoshop-gestylte Landesmutti wird wohl in ihren Job behalten, sofern uns nicht vorher der Himmel auf den Kopf fällt. Die Frage ist nur wie solide in Bezug auf die zukünftige Mehrheit und mit wem. 

Man muss kein ausgebildeter Wahrsager sein, um ab demnächst auch die Piraten in Düsseldorf im Landtag twittern zu sehen. Dank der allgegenwärtigen, durchaus unfreundlich gemeinten Unterstützung durch andere Parteien und neuerdings auch der 1500 verbrämt und sich unterdrückt und ausgebeutet wähnenden kulturschaffenden Künstler, wird der Einzug der Piraten in den Landtag sicher klappen. SPON Kolumnist Georg Diez hat auf die 1500 übrigens eine feine Antwort parat, daher erspare uns mehr.

Da war doch noch wer … die FDP. Kennen wir schon. Knapp ‘drin und Ende des Jahres ist Rösler weg.

In diesem Sinne, ein schönes Wochenende, für Unterhaltung ist gesorgt. Darüber aber den Muttertag nicht vergessen, denn wie las ich neulich “Ich will die Welt retten und Kuchen essen!

Was 2012 bewegt …

Die Reihenfolge ist beliebig, die Positionen wechseln je nach aktueller Großwetterlage. Eine Lösung wird es in diesem Jahr kaum geben. Ebensowenig konkrete Hilfe oder Rezepte … aber jede Menge Anleitungen zum Ünglücklichsein. Und Sündenböcke.

Und natürlich diejenigen, die das alles bezahlen.

Eine Prognose wage ich trotzdem. Das System Merkel wird kollabieren, Landtagswahlen, der Abtritt des kleinen Franzosen und vor allem die Ausweitung der realen Krise auf andere Euro-Länder wird zeigen, dass reaktive Politik des weiter so einschl. ESM nicht die Lösung ist, sondern das Problem. Das System ist schon verunsichert.

  • Euro, EU, Schulden. Europas Krise in Wirklichkeit als Krise der Völker gegenüber den Institutionen, die ihr Leben bestimmen, aber auf legalem Weg weder (an)greifbar, noch wählbar sind. Zu wählen auch nicht. Oder als Krise der Banken, die sich nicht scheuen, für sich sofortige Systemrelevanz zu fordern und daher keinesfalls in die Pleite schlittern dürfen. Der Anleger muss schliesslich geschützt werden. Selbst, wenn er selber nicht in seine marode Anlage investieren will, sondern das gerne dem Gemeinwesen überlässt. Ist das Kapitalismus mit sozialistischen Elementen? Es köchelt schon.
  • ACTA und Konsorten. Einschränkung der Freiheit, Generalangriff auf die Bürgerrechte, endlich Sicherheit für die Urheber geistigen Eigentums, Eindämmung der Kriminalität im Internet. Urheberrechte, von Organisationen vertreten, gehen vor Bürgerrechten. Vielleicht sogar vor Menschenrechten.
  • Die GEMA und der Konflikt mit der Moderne (youtube ist nur ein Symptom). Dazu sehr entlarvend dies
  • Salafisten und aufrechte Deutsche von (derzeit noch) Pro NRW, die sich freuen, aufeinander zu treffen. Mohammed-Karikaturen sind nicht erwünscht, die Aktion “Lies” bittet darum, zu vermeiden, ihren Namen englisch auszusprechen. ….
    Natürlich haben es die aufgeklärten Atheisten schon immer gewusst.
  • Rechtspopulisten im selben Topf mit Rechtsradikalen. Der Mainstream sieht, wenn überhaupt, nur marginale Unterschiede. Nur, dass Populismus eine gewisse positive Resonanz in der Zielgruppe, meint das Volk, weckt. Darf natürlich im politisch korrekten Deutschland nicht sein. Immerhin haben wir aus der Geschichte gelernt, dass es mal Nazis gab, die unglaubliche Verbrechen verübt haben. Wenn man der Terminologie folgt, können das allerdings keine Deutschen gewesen sein, sonst würde man ja klar von Deutschen schreiben. Jedenfalls haben wir gelernt, auch wenn wir gar nicht betroffen waren (s.o.) und nutzen dies, alles nach rechts zu schieben, was unseren Ansichten zu Völkerverständigung, Toleranz, die Alternativlosigkeit des ESM und die Höhe von Minaretten widerspricht. Und wenn ein immer größerer Teil der Bevölkerung das anders sieht, werden wir uns überlegen müssen, wie mit diesen Menschen umzugehen ist.
    Rechtsradikale? Ein Blick in das Gesicht unter der Glatze reicht, um die allumfassende Beschränktheit hinter der Stirn festzustellen. Ignorieren könnte eine Alternative sein. Eine Demo und niemand schaut hin…. Ich weiss, das darf man nicht, wir sind ja Antifa….
  • Die Landtagswahlen, allem voran, das Auftreten der Piraten. Meine Meinung war anfangs, Piraten werden an den Rahen einer könglichen Fregatte aufgeknüpft, was vielen sehr radikal und unsachlich erschien. Aber jetzt habe ich (hoffentlich in die richtige Richtung) dazugelernt, mein NRW-Kreuzchen gemacht und meinen stillen Twitteraccount wieder reaktiviert (@mgk61).

Fazit: 2012 wird vermutlich noch chaotischer als 2011. Machen wir was daraus!

Die Wahl in Schleswig-Holstein ist gelaufen … und jetzt haben wir den Kubicki …

Meins!

Meins!

Schwebebahn!

Schwebebahn!