"Irrsinn der Buerokratie"

Eine Überschrift nicht von mir, sondern ein Zitat des Kölner FDP Fraktionsgeschäftsführers Ulrich Breite. Sein Satz lässt sich auf viele Fälle anwenden, konkret ging es aber um ein Vorhaben der Kölner Stadtverwaltung.
Die hat, chronisch arm an Geld, aber reich an absurden Ideen, wie z.B. die im letzten Jahr geplante Steuer auf nicht genutzten eigenen oder unter Wert vermieteten Wohnraum, wieder mal einen Vorschlag ähnlicher Qualität beigebracht. Wie u.a. der Kölner Stadt-Anzeiger meldet, nämlich diese:

Die Warteschlangen vor den Diskotheken am Ring sollen zu einer Einnahmequelle für die Stadt werden.

Erstaunlich, dass die beamteten Damen und Herren in der Weltstadt nicht schon früher darauf gekommen sind. Wenn sich vor den Diskos z.B. am Ring längere Schlangen vor dem Einlass bilden, dann wird dadurch öffentlicher Raum beansprucht und da könnte man doch von den Betreibern dafür kassieren. Die haben’s doch, meint schließlich auch die GEMA. Nebenbei wird von dem Ratsentwurf auch noch der Ticketverkauf zur Strasse hin und der Raum um Imbissbuden mit abgefrühstückt.
Also eine gute Idee für eine zusätzliche Einnahmequelle zum Kurs von 9.40 Euro pro Tag und qm, die es selbst in SPON geschafft hat.
Man könnte jetzt den Kopf schütteln über diese Art und Weise, sich deutschlandweit lächerlich zu machen, aber leider ist damit das Problem nicht gelöst. Die Kölner Stadtverwaltung ist in den letzten 10 Jahren durch massive Korruption, durch Unfähigkeit und durch kollektives Wegschieben von Verantwortung aufgefallen. Wir erinnern uns an den gut geschmierten Bau der unnötigen Müllverbrennungsanlage, deren reine Existenz als Grund für die deutlichen Erhöhungen der kommunalen Müllgebühren angegeben wird, an den seit ca. 10 Jahren währenden preislich vollkommen aus dem Ruder gelaufenen Bau der Ost-West UBahn, die die Kölner aufgrund heftigen Pfuschs ihr Stadtarchiv gekostet hat und an das Dauerchaos im Verkehr in der Stadt aufgrund von immer neu aufgemachten Baustellen ohne alte fertig zu stellen. Motto: Einmal falsch abgebogen, schon wechselt man die Rheinseite.

Aber gemach, anscheinend gibt es wenigstens noch einen Menschen in exponierter Position in der Stadt Köln, der denken kann: wie der Express eilmeldet hat sich der Kölner Oberbürgermeister aus dem Urlaub zu Wort gemeldet und den ganzen Unsinn gestoppt.

In Köln wird auch künftig keiner fürs Warten in einer Warteschlange zahlen.

… zitiert SPON.
Jetzt müsste Roters nur noch genauso spontan die Hälfte der Stadtverwaltung feuern und mit Leuten ersetzen, die sowohl etwas von ihrem Job verstehen und ihn genauso als Dienstleitung an den Bürgern und allem, was sich in der Stadt bewegt, begreifen.
Damit verabschiede ich mich mit einem Mir sin Kölle!