2012

What do you want from Life?

Apple und Samsung. Die Blase wird platzen.

Ich kann es bald nicht mehr hören bzw. lesen. Der Prozess, der wievielte eigentlich?, diesmal in Kalifornien, läuft. Es geht um Patente, um Formen, um optische und haptische Eindrücke. Kurz: es geht um sehr viel Geld.

Und was das aktuelle Thema des Patentstreits betrifft: ja, das Galaxy S1 sieht dem iPhone 3 G verdammt ähnlich. Ich z.B. habe es neben mir liegen als mittlerweile Zweithandy. Ich habe es damals gekauft, nicht wegen der Ähnlichkeit, sondern weil es ein gutes Mobiltelefon war (und auch noch ist), das alles mitbringt, was ich erwarte. Und weil es billiger war als ein iPhone.

Wie es ausgeht, weiß Gott allein, es handelt sich schließlich um ein Gerichtsverfahren, aber mit Sicherheit kann man ruhigsten Gewissens festhalten: es geht auf keinen Fall um die Kunden! Die spielen keine Rolle, sie sind reines Konsumvieh, dem kein eigenes Urteil zugetraut wird und denen Apple am liebsten vorschreiben möchte, das und was sie zu kaufen haben. Ich habe den Eindruck, Apple verfolgt eine konsequente Politik, den “Markt” nach seinen Vorstellungen zu gestalten. Planwirtschaft.

In den 90ern war Apple der Underdog, das kleine gallische Dorf gegen das mächtige Imperium aus Redmond mit Bill Gates an der Spitze . Sozusagen unser Computerhersteller der Herzen, immer nah am Abgrund, nah an der Pleite.
Heute sieht die Welt anders aus, Apple hat ein Jahrzehnt voller genialer Innovationen genutzt und unsere Kommunikationswelt revolutioniert. Ein unbestreitbarer Verdienst. Erst der iPod, dann iPhone und iPad. Alles aus einem Guß, aus einer Familie, aus einem Biotop. Mit einer eigenen Community, die von Apple alles erhält, was sie braucht. Ergonomisch unerreicht und zu recht unglaublich erfolgreich.
Damit wurde Apple der Börse Liebling und das “wertvollste” Unternehmen der Welt.

Dann kam Google mit Android. 
Vor wenigen Jahren gestartet, hat Android eine nicht minder atemberaubende Karriere hinter sich. Innerhalb von vier Jahren von Null auf mehr als 50% Marktanteil im Bereich Smartphones, ca. 25% bei Tablets. Google gibt einen kostenlosen Standard vor und  diverse Hardwarehersteller bauen darauf ihre Welt in Form von Smartphones und Tablets. Es gibt billige und teure Android Geräte, große, kleine, ein rechter Zoo an Hardware und auch an installierter Software. Ganz im Gegensatz zur Politik Apples, die anfangs ein iPhone und ein iPad vorsah und jährlich ein neue Version nachlegte. Immer hochpreisig und damit wertstabil. Mittlerweile ist es anders, man erhält noch den Vorgänger aus dem letzten Jahr zu einem reduzierten Preis. Vielleicht weil Android so erfolgreich ist?

Mit dem Erfolg von Android begannen die Auseinandersetzungen vor Gericht. Apple klagt gegen Samsung als mächtigsten Protagonisten auf Seite der Androiden, meint aber Google. Keine Trivialität ist zu sinnlos, um sie nicht als kopiertes Alleinstellungsmerkmal einzusetzen. Dabei ist Samsung ein wichtiger Zulieferer für das iPhone. Apple, zwar marktmächtig und börsenschwer, kann seine Produkte nicht selber produzieren. Fallen Zulieferer aus, hat die Firma zumindest kurzfristig ein Riesenproblem. Hinzu kommt, Apple steht auf einer Monokultur, der Erfolg basiert auf dem Zeitgeist und auf einer zahlungskräftigen Klientel. Produktvielfalt, mehrere Standbeine gibt es nicht. Hinzu kommt Apple fehlt es an einem der wichtigsten Element für langfristigen Erfolg: Kontrolle des Gesamtprozesses von der Entwicklung bis zum Vertrieb. Samsung dagegen ist ein Mischkonzern, der auf etlichen Beinen steht, es gibt Produkte aus verschiedenen Bereichen, es gibt eigene Fertigung, eigene Chipentwicklung und es sind Asiaten. Der Weg nach China, wo ein großer Teil der Produktion steht, ist kürzer. Und damit meine ich nicht die Entfernung, sondern das Verständnis für die Mentalität.

Mein Fazit ist, Apple führt ein Rückzugsgefecht. Versucht, die eigene Marktmacht solange wie möglich und mit allen Mitteln zu halten. Egal wie der Prozess in Kalifornien ausgeht, Apple wird auf Dauer verlieren, man konnte es jetzt schon ahnen, als der Aktienkurs fünf Prozent verlor, als die von Analysten geforderte Zahl an verkauften iPhones in Q3 um zwei Millionen Einheiten unterschritten wurde. Mich wundert bei solchen Nachrichten natürlich immer noch die Analystenhörigkeit der Anleger, die statt zu sich zu fragen, ob die Analysten wirklich geeignet sind für ihren Job, lieber ihre Aktien auch mit Verlust abstoßen. Ich jedenfalls würde die Bremsen an meinem Auto nicht von Analysten warten lassen….

Zurück zum Thema - das iPhone 5 wird extrem wichtig für Apple. Die Latte, die Samsung mit dem Galaxy S3 gelegt hat, ist sehr hoch und das Gerät ist seit einigen Monaten mit großem Erfolg auf dem Markt. Die Werbung allgegenwärtig und bis das iPhone 5 kommt, haben sich wahrscheinlich etliche potentielle Applekunden zum Kauf entschlossen. Die sind dann wirklich verloren für Apple.

Wir werden es sehen. Apples Arroganzblase wird platzen. Der Markt ist groß genug für mehrere Anbieter. Lassen wir die Kunden entscheiden!